Madi auf Mallorca

Endlich war es soweit, 14 Tage Urlaub mit Schönwettergarantie! Ende Juli hieß es: Mallorca wir kommen. Mit meiner Family hatten wir ein schönes Hotel in Can Picafort (liegt im Nordosten Mallorcas) gebucht, mit allen Annehmlichkeiten die es gibt…..inkl. Esssen bis der Arzt kommt.

Es gab nur ein kleines Handicap! Es gab kein Fitnessraum, geschweige denn Geräte. Und nur zu joggen erfüllte mich nicht. Natürlich war es schön am Strand zu laufen und ein paar Runden Schattenboxen einzubauen. Aber manch einer hat sich da bestimmt gedacht, der Typ spinnt…30Grad im Schatten und der hampelt wie ein Gestörter da rum!

Also ging die Suche los. Nach kurzer Zeit habe ich ein ideales Gym (Fitness Fort Gimnas) gefunden. Dies lag zehn Minuten zu Fuß vom Hotel weg. Als ich den Kursplan gelesen habe, freute ich mich schon…..es wurde 2x die Woche MMA angeboten. Doch leider nicht in den Monaten Juli bis August – Mist verdammter! Aber um zu pumpen war alles da. Auch ein Sandsack im klimatisierten Kursraum durfte ich nutzen. Welchen ich natürlich fortan jeden Tag verprügelte. Eine geile Musikanlage in diesem Raum motivierte mich mit satten Klängen. Aber nach zwei Tagen waren die Boxen nicht mehr da? Diese wurden hinter der Bar versteckt. Warum nur? Sehe ich aus wie ein Hifi-Eqipment-Dealer?

Erstaunlicherweise trainierten viele Einheimische in dem Fitnessclub. Auffällig war ebenfalls die ganzen sehr runden prallen Muskeln der Athleten, sowie die kleinen Pickelchen überall…und glaubt mir: Hitzefrieseln sehen anders aus – die kenne ich. Und das ein oder andere kleine Pflasterchen verriet die gigantischen Resultate. Aber was soll´s….alles was man kaufen kann, ist zum Benutzen erlaubt, oder?
Der ein oder andere hat auch einen Blick in Kursraum gewagt und mich auf spanisch angesprochen – warum nicht auf Deutsch, komisch? – und gesagt er hat auch einmal geboxt. Und wie es halt so ist, nach der Frage ob man nicht gemeinsam turnen möchte, kam ein langes Nnnooooh! Egal……
Aber irgendwie langweilte mich auch das……also suchte ich Gleichgesinnte. Die fand ich im 50km entfernten Palma. Im Nuk Soo Gym traf ich auf den Headcoach Iván. Welcher mich gegen eine kleine Gebühr mit trainieren ließ. Und ich sag´s Euch. Was ich aber dafür machen musste, um dahin zu kommen. Meine liebe Frau Dani hat dies nur genehmigt, wenn ich vorher ein Gewaltmarsch mit Ihr und meiner Tochter Anna durchziehe. Das bedeutete, ich musste beide mit dem Auto quer über die Insel fahren. Goodbye Deutschland – VOX, Deutschland die Auswanderer – Dauerquasselstrippe und nervigste Blondine Katzenberger lockte in Ihr Cafe in Santa Ponca. Das Kultbistro von Jürgen Drews lud zum Brause trinken ein….dann noch ein paar Stunden an den schönen Stränden verweilt (schöne Aussichten steigerten auf natürlicherweise meinen Testo-Spiegel < ein Hoch auf die Medizin) und ich hatte mir meine Stunde Sport verdient!
Ich war sehr überrascht von der Stärke der Spanier. Es wurden auch alle, für mich wichtigen Kurse angeboten – vom Thaiboxen bis MMA. Es ist zwar eine kleine Schule, aber hat viele gute Jungs.
Der ein oder andere ließ das auch durchblicken und wollte durch BadBoy-Manieren beeindrucken. Wie es halt immer mal so ist, wenn ein Neuer bzw. Fremder kommt. Der hat sich bestimmt gedacht dem Dicken haue ich auf die Murmel. Aber genau solche Typen freue ich mich ja immer ;o) Es stand harte Partnerübung auf dem Plan. Unser Spielchen dauerte auch nicht lange….und aus dem Tiger wurde ein Kätzchen. Naja….trotzdem war es eine harte Einheit. Die Temperaturen waren Saunatauglich, denn auf solchen Schicki-Micki-Kram wie eine Klimaanlage wurde wahrscheinlich bewusst verzichtet. Trotzdem haben die alle noch zusätzlich ein Neopren-Bauchweg-Gürtel getragen….so einen hatte jeder um – verrückt.
Mit müden Knochen ging´s auf die Autobahn…ja sowas gibt’s da auch…. in unser ca. 50km entfernte Hotel.
Auch die nächste Trainingseinheit musste ich mir verdienen. Diesmal fuhren wir nach Paguera ins FishSpace, wo sich Dani von Fischen an den Füßen beknappern ließ. Danach stand Extrem-Shopping auf dem Plan, mit anschließender ausgedehnter Nahrungsaufnahme.
Voll gefuttert ging´s wieder ins Gym von Iván. Dieser nahm mich gleich persönlich ran und ließ mich zehn Runden an die Pratzen kloppen. Danach – endlich – Sparring, juhu. Nach sechs Runden war auch dies geschafft. Mir hat das gezeigt, dass es auch Talente gibt in noch so verwinkelten Ecken auf der Welt.
Aber auch jeder der gut an einem Boxsack aussieht, kann dies nicht immer umsetzen. Jedenfalls kann ich mir einige Kerben übers Bett schnitzen.
Ich kann wirklich jeden nur empfehlen, der Lust auf intensiven Kampfsport hat dieses Gym auf zu suchen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein, wenn Ihr in Malle ein bisl Turnen wollt. Versprochen.
Zum Schluss, das Beste: Nach einem halben Glas Sangria in unserem Hotel, habe ich sogar ein Boxautomat entdeckt. Dort habe ich ein Vermögen reingesteckt, nur um den Rekord zu brechen. Der Besitzer fährt jetzt bestimmt Ferrari, mindestens. Meine Anna musste deswegen auf Ihre Flummis verzichten. Das sind sinnlose Gummibälle die hüpfen. Aber das war doch viel schöner, oder?.........…ich habe gedroschen was die kaputten Knochen hergaben.

Langsam neigte auch sich der Urlaub dem Ende entgegen. Handschuhe und Bandagen verstaut……für Sachen war deswegen nicht soviel Platz, und es ging Richtung Heimat.
Es war nicht nur erholsam, sondern auch sportlich gesehen einen Ort der zum Aktiv sein animierte. Das war also unser Urlaub.

Bis zum nächsten Mal……viva la familia

PS: Ein Trainingslager wäre bestimmt mal schön ;o)

Kursplan Nuk Soo GymKursplan Nuk Soo Gym